Jahresrückblick

Was für ein Jahr. Seriensieg in Goldbach, 3. Platz in Rodgau (50 km), 2. Platz in Biel (100 km), Sieg beim Hunsrückmarathon, Sieg beim Taubertal 100 (71 km) und 22. Platz bei der 100 km WM.

An diese unglaublich gute Bilanz war Ende 2015 überhaupt nicht zu denken, da ich nach gutem Start in das Jahr 2015 nach einem Sturz bei einem Wettkampf im Frühjahr (der Starter startete den Wettkampf, obwohl die Strecke nicht frei war, was einen Massensturz als Folge hatte) etwa drei Monate extreme Rückenschmerzen hatte, fast überhaupt nicht trainieren konnte und anschließend meiner Form hinterhergelaufen bin. Erst gegen Ende 2015 konnte ich wieder schmerzfrei laufen und so richtig kam die Form erst während der Winterlaufserie in Goldbach zurück. Anfang Dezember entschied ich mich dazu, dieses Jahr mein „richtiges“ Ultra Debüt in Rodgau zu geben (2015 bin ich Rodgau zwar auch gelaufen, allerdings „nur“ als Überdistanztrainingslauf in 4:15 min/km). Nachdem ich als dritter das Ziel erreichte, suchten Michael Sommer und Dr. Norbert Madry das Gespräch mit mir. Es ging um Ultras allgemein, meine PBs, ob ich mir vorstellen könnte 100 km zu laufen, meine Pläne in diesem Jahr und über den Nationalkader(??!!).

Als mir in der Regenerationsphase mein Vereinstrainer Sascha Arndt dann auch noch eröffnete ich sei auf dem Weg ins 100 km Nationaltrikot, war ich zunächst total überrascht. Begann dann aber nach einigen Überlegungen mit der Planung meines 100 km Debüts.
Meine Grundidee sah so aus, dass
1. die Vorbereitung + Regeneration nach Rodgau mindestens vier Monate dauern sollte,
2. die Regeneration nach dem 100er mind. 6 Wochen sein sollte,
3. die WM Vorbereitung im Falle einer WM Nominierung drei bis vier Monate dauern sollte.

Nach diesen Gedanken kam ich zu dem Schluss, dass der Lauf idealerweise Anfang Juni sein sollte. Ein Abgleich mit dem Laufkalender zeigte, dass am 10.06. der 100er von Biel vom Termin her ideal lag. Als zweite Möglichkeit (Plan B) notierte ich mir Ulm. Plan C war ein Start bei der Deutschen Meisterschaft, da diese aber nur 13 Wochen vor der WM lag, hätte ich im Nachhinein im Falle einer Nominierung aber auf einen WM-Start verzichtet, da ich mir nicht vorstellen kann/konnte innerhalb von 13 Wochen zwei 100 km Wettkämpfe (als Debütant) auf Topniveau abzuliefern.
All diese Gedanken ließen eigentlich nur eine Entscheidung zu: 100 km Debüt in Biel…
Also wurde ein grober Trainingsplan geschrieben und danach ein paar Einheiten mit Sascha abgeklärt. Anschließend wurde der Plan verfeinert. Das Training lief im Großen und Ganzen super, sodass ich recht zuversichtlich an den Start ging. Der Wettkampf lief dann eher suboptimal. Nichts wurde aus der angestrebten WM Norm. Allerdings konnte ich mit 7:22:23 zumindest die P-Norm knacken. Im Nominierungszeitraum für die WM lag ich mit dieser Zeit auf dem 4. Platz, d.h. es durften maximal noch zwei bei der DM schneller laufen als ich. Die DM verfolgte ich dann im Urlaub am Laptop. Es war für mich ein sehr nervenaufreibender Rennverlauf. Im Ziel waren drei Läufer schneller als meine Biel-Zeit, da Michael Sommer allerdings schon vor der DM eine schnellere Zeit als ich vorzuweisen hatte, rutschte ich „nur“ auf Rang sechs ab. Jetzt begann das Hoffen, dass der DLV auch sechs Läufer nominiert und ich zur WM darf.

Einen Tag nach dem Urlaub lief und gewann ich in meiner Heimat den Hunsrückmarathon. Noch mehr als über meinen ersten Marathonsieg freute ich mich am nächsten Tag, als ich die Nachricht bekam, dass ich zur WM Nominierung vorgeschlagen wurde. Worauf ich den schon fertigen Trainingsplan aus der Schublade nahm und mit der WM-Vorbereitung anfing. Der Nominierungsvorschlag verlieh mir einen Motivationsschub. Es fiel mir extrem einfach mehrere Wochen jenseits der 200 km abzureißen. Durch das Trainingslager des Nationalteams und der endgültigen Nominierung gab es einen weiteren Motivationsschub. Im Rahmen des Trainingslagers gewann ich beim Taubertal100 den 71 km Lauf mit neuem Streckenrekord und nebenbei pulverisierte ich sechs Wochen vor der WM bei der hessischen Halbmarathonmeisterschaft mit einem kontrollierten Tempolauf meine alte Halbmarathon-PB um knapp zweieinhalb Minuten. Der Formaufbau hat also bestens funktioniert, weshalb ich in absoluter Topform zur WM fliegen konnte.

Bei der WM konnte ich mit einer Zeit von 6:54:52 die B Kadernorm um über 20 Minuten unterbieten, was mir für die nächste Saison deutlich mehr Spielraum lässt, da ich für die EM-Teilnahme keine Norm mehr erfüllen muss. Zur Zeit tendiere ich zum Start bei einem Ultratrail, idealerweise verbunden mit einem Urlaub im Anschluss (was aber gar nicht so einfach ist, da die meisten Ultatrails schon ausgebucht sind). Jetzt steht aber weiterhin noch die Regeneration im Vordergrund. Ich habe immer noch Schmerzen in den Oberschenkelrückseiten. Diese Schmerzen fingen in der vorletzten Runde an. Hier muss ich in Zukunft noch einiges an Zeit investieren um diese Muskeln zu stärken, dafür bin ich schon fleißig auf der Suche nach neuen Übungen.

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