100 km WM Los Alcazares (Spanien) 

Nach einer extrem harten und langen Vorbereitungsphase in der ich etliche Kilometer gelaufen bin, war es am Sonntag endlich soweit. Um sieben Uhr fiel der Startschuss. Die ersten Kilometer mussten also noch im Dunkeln gelaufen werden, was aber kein Problem darstellte, da die komplette Strecke gut durch Straßenlaternen beleuchtet war. Zu laufen waren zehn mal eine zehn Kilometer Runde. Die Runde führte 2,5 km über die Strandpromenade, hatte zwei Wenden und war insgesamt recht winklig. Den ersten Kilometer bin ich bewusst vorsichtig angegangen. Ich wollte auf keinen Fall zu schnell loslaufen. Danach habe ich das Tempo etwas erhöht, um in den geplanten Pulsbereich zu kommen. Ich lief den kompletten Wettkampf extrem konzentriert und fokussiert. Jede Runde nahm ich in den Passagen zu den Wenden das Tempo raus, da diese Stücke leicht anstiegen und der Wind dort anfangs von vorne kam. Nach den Wenden lief ich dagegen mit dem Rückenwind schneller. So wurde ich auf den ersten vier Runden auf dem Weg zu den Wenden immer von anderen Läufer überholt, um sie danach wieder zu überholen.

Kilometer 30, Foto von Sofie Hovmand
Kilometer 50 oder 60 , Foto von Sofie Hovmand

Kurz nach dem Start-/Zielbereich und kurz nach Kilometer fünf waren jeweils Verpflegungsstände aufgebaut. Verpflegt wurde ich insbesondere von meiner Freundin und von Andreas Maisch. Alle Betreuer machten einen super Job. Ich bekam immer das was ich wollte, perfekt. Tausend Dank an alle Betreuer.

Perfektion bei der Verpflegung, Foto von Sofie Hovmand
Kilometer 70, Foto von Sofie Hovmand

Anfangs der achten Runde begann es zu regnen. Die ohnehin schon schwierig zu laufende Strandpromenade wurde nun zusätzlich noch ziemlich rutschig. Auf der restlichen Runde bildeten sich zum Teil recht große und tiefe Pfützen. Mir machte das allerdings nicht viel aus, ich wusste jetzt kommt meine Zeit. Nachdem ich bei Kilometer 20 noch auf Rang 58 und bei Kilometer 60 auf Rang 45 lag, war ich bei Kilometer 80 schon auf Platz 30. Auf den letzten zwei Runden holte ich immer mehr Läufer ein, die mich zu meinem Erstaunen teilweise sogar anfeuerten. In die Schlussrunde ging ich auf Platz 26, ich gab nochmal alles, konnte die Kurven aber nicht mehr so eng laufen wie in den vorherigen Runden. Trotzdem machte ich vier weitere Plätze gut und kam nach 6:54:52 als 22. ins Ziel.

Kilometer 80, Foto von Sofie Hovmand

Anschließend bekam ich jede Menge Glückwünsche und Anerkennung. Der Trainer der südafrikanischen Athleten (die Sieger der letzten vier Austragungen des Comrades Marathon und seit Sonntag Mannschaftsweltmeister) sagte z.B. über mich: „very strong and determined guy“.

Zieleinlauf, Foto von Dr. Norbert Madry

Herzlichste Glückwünsche nochmals an Andrè Collet der mit 6:44:53  als 13. das Ziel erreichte und damit M45 Weltmeister wurde und einen neuen deutschen Rekord in der M45 aufstellte. Großen Respekt für das Durchquälen trotz Problemen an Alexander Dautel, Michael Sommer (Vizeweltmeister M50) und Carsten Stegner. Zusammen schafften wir es in der Mannschaftswertung auf Platz sechs und das, obwohl unser Topläufer Florian Neuschwander bei Kilometer 75 mit Rückenproblemen ausstieg. Das hätte uns vorher niemand zugetraut.

Glückwünsche auch an unsere Frauen Natascha Bischoff, Barbara Mallmann und Antje Krause die in mannschaftlicher Geschlossenheit in der Mannschaftswertung Platz sieben belegten. Extrem bitter und traurig musste Branka Hajek nach knapp 90 aussteigen, nachdem ihre Muskeln auf der Strandpromenade verkrampften und ihr ein Weiterlaufen untersagten. Wünsche dir das dir sowas nicht mehr passiert.

Extrem großen Respekt habe ich vor Rebecca Walter. Mehr humpelnd als laufend ist sie mehr als 20 Kilometer mit Schmerzen gelaufen, bevor nach Kilometer 60 gar nichts mehr ging. Richtige Einstellung Rebecca, ganz starke kämpferische Leistung. Wünsche dir eine zügige Genesung.

Danke an alle im deutschen Team, es war für mich ein riesen Erlebnis mit euch bei diesem Event sein zu dürfen. Hoffe dass wir uns bald wiedersehen.

Ein riesiges Dankeschön an meine Schwester, meine Eltern, meine Freundin und ihre Eltern für die Unterstützung in der Vorbereitungsphase.

Meine Rundenzeiten: 41:34, 41:05, 41:12, 41:41, 41:22, 41:09, 41:26, 41:36, 41:31, 42:16

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Ein Kommentar

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  1. Was ein Lauf, herzlichen Glückwunsch! Und schön, ihn hier nachlesen zu können, kannte Deinen Blog vorher nicht – weiter so!
    Gute Erholung und bis demnächst, wir sehen uns!
    Viele Grüße
    Markus

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